DAASI International plant in Kooperation mit Archimedes Digital die Entwicklung eines editierbaren Open-Source-Spiels für die Bildung und Forschung, das sich an der beliebten Civilization-Reihe orientiert. Das von entsprechenden pädagogischen und akademischen Communitys weiterzuentwickelnde Spiel – durch kontinuierlichen Input aus den Digital Humanities stets auf aktuellem Forschungsstand – soll echte historische Konditionen simulieren, Wissen spielerisch vermitteln und gleichzeitig die Forschung voranbringen. Dank des Spieleditors ist es leicht an individuelle Lehrpläne und Forschungsfragen anpassbar. Damit die durch Crowdfunding zu finanzierende Entwicklung eines Prototyps erfolgreich verläuft, ist DAASI International auf Ihr Feedback angewiesen.

Computerspiele finden immer häufiger im pädagogischen Kontext Anwendung. Sie bieten Lernenden durch ihre Partizipationsmöglichkeiten die entscheidende Motivation, sich über einen längeren Zeitraum mit den Spielinhalten zu beschäftigen und dadurch zu lernen. Das eigenständige Erkunden von Sachverhalten in virtuellen Umgebungen, die durch prozedurale Mechaniken (d. h. durch Wenn-Dann-Schemata) dargestellt werden, hilft ihnen außerdem, komplexe Kausalitäten so nachvollziehbar zu verstehen, wie es simple Simulationen oder rein textbasierte Anleitungen nur schwer vermitteln könnten.

Jedoch richten sich Spiele, die für das Lernen entwickelt wurden, derzeit hauptsächlich an ein jüngeres Publikum, d. h. sie bieten eher einfache Mechaniken, um nur wenige spezifische Phänomene der Welt zu erklären. Zudem kommt, dass das Wissen, das diese Spiele vermitteln sollen, häufig bald nach dem Erscheinen des Spiels als veraltet gilt, z. B. wenn neue Forschungsergebnisse veröffentlicht werden.

Weiterhin ermöglichen es simulative Spiele mit wissenschaftlicher Grundlage, völlig neue Forschungsfragen aufzuwerfen und zu beantworten – insbesondere, wenn viele „akademische“ Spieler aus der ganzen Welt kollaborativ spielen, um die aktuelle Forschung sozusagen „nebenbei“ voranzutreiben. Ein Spiel von Akademikern für (angehende) Akademiker.

Derzeit gibt es allerdings kaum Computerspiele, die zur Beantwortung von Forschungsfragen entwickelt wurden. Auch mangelt es an kontinuierlichen Updates von Spielen, die auf dem aktuellen Forschungsstand basieren sollten – vor allem, wenn neue wissenschaftliche Erkenntnisse Änderungen an den Spielregeln erfordern.

Solche Spiele wären nicht nur nützliche digitale Hilfsmittel für Schüler*innen und Studierende zum akademischen Lernen, sondern auch für Wissenschaftler*innen, die ihre Forschungsergebnisse teilen, visualisieren und simulieren möchten. Von einer interdisziplinären Kollaboration würden solche Spiele sogar noch weiter profitieren.

Ein Spiel von Akademikern für (angehende) Akademiker

DAASI International möchte eine Innovatorin sein. Als Expertin für digitale Forschungsinfrastrukturen und als erfahrene Unterstützerin der Digital Humanities plant DAASI International, die Entwicklung eines solchen Spieles durch Crowdfunding zu finanzieren. Dafür kooperiert DAASI International mit Archimedes Digital, einem amerikanischen Entwickler von Archive-as-a-Service-Lösungen (AaaS) und Augmented-Reality-Simulationen im Bereich der Digital Humanities. Der Spezialist für Unity und Wissensmanagement ist dafür prädestiniert, ein Spiel wie dieses zu entwickeln.

A screenshot from FreeCiv showing the world map in an individual campaign.

Ein Screenshot von FreeCiv, der die Weltkarte (und eine veraltete Grafik) in einer individuellen Kampagne zeigt.

Die Inspiration dafür kommt von der Strategiespiel-Reihe Civilization. Civilization vereint historische, geographische und gesellschaftliche Aspekte, die durch die Spielmechanik kausal miteinander verwoben sind. Damit ist Civilization für die Digital Humanities außerordentlich geeignet und bietet darüber hinaus Raum für zusätzliche Elemente aus anderen geisteswissenschaftlichen Disziplinen wie Geschichte, Soziologie, Kultur-, Wirtschafts- und Religionswissenschaften etc.

Die bereits bestehende Open-Source-Variante von Civilization namens FreeCiv könnte die Basis für das geplante akademische Spiel darstellen – jedoch bedürfen die veraltete Grafik und das nicht mehr zeitgemäße User-Interface beträchtlicher Verbesserung, um auch für ein jüngeres akademisches Publikum ansprechend zu sein.

Momentan bieten Civilization und FreeCiv Spielregeln, die nur rudimentär auf der Geschichtsforschung basieren. Mechaniken wie die Technologie- bzw. Entwicklungsbäume der verschiedenen Kulturen sind simplifiziert, um die Spiele so spaßig wie möglich zu gestalten. Doch in pädagogischer und wissenschaftlicher Hinsicht würde das Spiel von mehr Realismus, Komplexität und wissenschaftlicher Untermauerung profitieren. Obwohl ähnliche und komplexere Spiele bereits existieren (z. B. Europa Universalis), bieten diese weder die Option, den Fokus auf spezifische Lernaspekte zu legen – insbesondere im Hinblick auf Lehrpläne in Universitäten und Schulen – noch die Möglichkeit, echten Forschungsfragen systematisch und kollaborativ nachzugehen. Das geplante Spiel soll dies ändern. Einzelne Spielmechaniken und -regeln sollen modifizier- und deaktivierbar sein, um den Grad der Komplexität an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Um bei vollem Komplexitätsumfang vor allem beim Lernen nicht zu überfordern, könnte eine Zivilisation auch von mehreren Spielern gleichzeitig gespielt werden. Es ist die Möglichkeit angedacht, dass eine Person bspw. einen einzigen Ministerposten einnehmen kann, um auf diese Weise nur für einen einzelnen Spielaspekt zuständig zu sein. Die Spieler*innen eines Teams (also einer Zivilisation) können via Text- oder Voice-Chat miteinander kommunizieren, um ihre Aktionen zu koordinieren.

Welche Features sollte das Spiel bieten?

Das Ergebnis der Entwicklung soll ein Open-Source-Spiel sein, das einen komplexen Editor für Forscher*innen und Lehrende liefert. Die folgenden Features sind geplant:

  • ein Open-Source-Strategiespiel, spielbar im Browser, mit realistischen Mechaniken (z. B. Technologiebäume) und historischen Repräsentationen, die sich auf aktuelle Forschungsdaten berufen
  • Forschungsberichte, Studien und Nachweise werden zu einem geeigneten Zeitpunkt im Spiel angezeigt, damit sich die Spieler*innen tiefergehend informieren und online miteinander darüber diskutieren können (inkl. einer Kommentarsektion bzw. eines Forums)
  • vordefinierte Kampagnen und Regelsets, die individuell an Lehrpläne, Lernziele und Forschungsfragen angepasst werden können, wobei spezifische Jahreszahlen und Orte ausgewählt sowie irrelevante Mechaniken deaktiviert werden können, um sich ganz auf bestimmte Lern- bzw. Forschungsaspekte zu konzentrieren (z. B. „Lehrplan der 9. Klasse, Baden-Württemberg, Fach Geschichte, Thema Napoleon-Kriege, Fokus auf die französische Wirtschaft“)
  • ein kollaborativer Web-Frontend-Editor mit den folgenden Funktionen:
    • Kreieren / Hinzufügen / Optimieren von Entwicklungsbäumen und allgemeinen Spielregeln gemäß dem aktuellen Forschungsstand und/oder aktuellen Lehrplänen (mit umfassenden Hintergrundinformationen und Referenzen)
    • Implementieren / Dokumentieren / Verwalten von Forschungsergebnissen (inkl. Versionskontrolle; Zugriffs- und Adminberechtigungen; der Option, einzustellen, wann und wie die Forschungsergebnisse angezeigt werden sollen etc.)
    • Kreieren / Hinzufügen / Optimieren von realistischen Landschaften und Karten gemäß den aktuellen geographischen, meteorologischen etc. Forschung
    • Implementieren graphischer Inhalte
  • ein modernes User-Interface, welches sogar das von Civilization übertreffen soll
  • eine detaillierte Wiki-Dokumentation
  • eine Mehrspieler-Option, sodass Spieler*innen jederzeit mit- oder gegeneinander spielen können (inkl. eines Chat- und eines Handel-Systems sowie der Möglichkeit, sowohl online als auch über Netzwerk oder abwechselnd an einem Gerät zusammen zu spielen)
  • folgende Aspekte bzw. Mechaniken sollen implementiert werden:
    Screenshot of a FreeCiv tech tree

    Screenshot eine Entwicklungsbaums aus FreeCiv

    • Kultur (Kunst, Sprache, Architektur)
    • Wirtschaft
    • Religion
    • Geographie / Klima
    • Politik
    • Technologie
    • Krieg
    • Medizin / Gesundheit

Was ist der Plan?

Der Plan ist, Archimedes Digital durch eine Crowdfunding-Kampagne für ein halbes Jahr zu finanzieren, um einen ersten spielbaren Prototypen des Spiels zu entwickeln. Der Prototyp sollte bereits einen Mehrspielermodus bieten und mindestens eines der o. g. Features in herausragender Qualität liefern, sodass dieses Feature bereits das erste Alleinstellungsmerkmal des Spiels darstellt. Der Open-Source-Prototyp sollte dann kollaborativ von einer begeisterten Community aus Forschenden, Lehrenden, Studierenden und Fans von Civilization weiterentwickelt werden. Sollte die Crowdfunding-Kampagne erfolgreich verlaufen, werden DAASI International und Archimedes Digital weitere Finanzierungsoptionen in Erwägung ziehen.

Wie der Prototyp am Ende im Detail aussehen wird, das entscheidet die Community. Sie und insbesondere die Unterstützer der Kampagne werden in alle Stadien der Spielentwicklung involviert. Sie bestimmen, welche Features zuerst implementiert und welche Engine benutzt werden soll.

Selbstverständlich verfolgt das Spiel keine kommerziellen Ziele und wird nach der Entwicklung völlig kostenlos mit offenem Code verfügbar sein.

DAASI International und Archimedes Digital benötigen Ihr Feedback

Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie viele von Ihnen diese Idee unterstützen würden, benötigen DAASI International und Archimedes Digital Ihre Unterstützung, vor allem in folgenden Fragen:

  1. Was halten Sie generell von dieser Idee?
  2. Welche Erwartungen würden Sie als Forscher*in / Pädagog*in / Student*in / Spieler*in an ein solches Spiel stellen?
  3. Welches Feature ist für Sie wichtiger: die Darstellung von Forschungsergebnissen, das systematische Beantworten von Forschungsfragen oder das Zusammenstellen von Lehrplan-spezifischen Kampagnen?
  4. Welche Forschungsfragen würden Sie als Forscher*in mit einem solchen Spiel gerne beantworten?
  5. Wünschen Sie sich andere Features, die oben nicht aufgeführt werden?
  6. Würden Sie die Kampagne auf einer Crowdfunding-Plattform finanziell unterstützen?
  7. Welche Crowdfunding-Belohnungen („Rewards“) würden Sie motivieren, bei der Finanzierung und Entwicklung des Spiels mitzuwirken?
  8. Halten Sie die OpenGL-Engine von FreeCiv für ein solches Spiel für ausreichend oder sollte das Spiel mit der Unity-Engine komplett neu entwickelt werden?

DAASI International dankt Ihnen für jegliches Feedback. Bitte zögern Sie nicht, uns Kommentare und/oder Fragen entweder im Kommentarfeld unter diesem Beitrag oder über unser Kontaktformular zu hinterlassen. Sie tragen durch Ihre Unterstützung dazu bei, Forschung, Bildung und Computerspiele vor allem in ihrer fruchtbaren Kombination voranzutreiben.

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