Am 16. Juni 2019 wurde beim 40. REFEDS-Meeting in Tallinn die neue Initiative “FIM4L” vorgestellt. In Vertretung von Peter Gietz, der kurzfristig verhindert war, berichtete Nick Roy der Community über die Gründung und die weitere Entwicklung von FIM4L. Ziel der Initiative ist es, die Ergebnisse und Empfehlungen des AARC2-Projekt zu föderiertem Identity Management weiterzuentwickeln und an die Bedürfnisse von Bibliotheken und Bibliotheksdienstleistern anzupassen. Zur Zeit arbeitet die Initiative an der finalen Version einer Charta und einem Dokument mit Richtlinien und Empfehlungen.

Zur Veranstaltung

REFEDS, kurz für “the Research and Education FEDerations group”, verfolgt die Mission, den verschiedenen Bildungs- und Forschungsföderationen weltweit eine einheitliche Stimme zu geben, mit der sie ihre gemeinsamen Bedürfnisse zum Ausdruck bringen können. Die Gruppe vertritt die Anforderungen von Bildung und Forschung im stetig wachsenden Bereich des Identity & Access Management.

Das 40. REFEDS-Meeting findet im Zuge der TNC19 statt. Die TNC ist die jährliche TERENA Networking Conference, die größte und renommierteste europäische Konferenz zum Thema Netzwerktechnologien für Bildung und Forschung. Sie ist der Treffpunkt für die nationalen Forschungsnetze . Ihr Name geht noch auf TERENA zurück, die „Trans-European Research and Education Networking Association“, welche heute gemeinsam mit DANTE („Delivery of Advanced Network Technology to Europe“) als GÉANT weitergeführt wird.

Zur Entstehung von FIM4L

AARC (Authentication and Authorisation for Research and Collaboration) war ein von der Europäischen Kommission von 2015 bis 2019 gefördertes Projekt zur Unterstützung von eduGAIN, einer weltweit interoperablen, auf Föderationen basierten AAI (Authentifizierungs- und Autorisierungsinfrastruktur) für Bildung und Forschung. Als einer der 25 Projektpartner von AARC setzt sich die DAASI International dafür ein, dass dessen Ergebnisse auch über das Projektende von AARC hinaus Anwendung finden.

Ein weiterer Einsatzbereich für föderiertes Identitätsmanagement (FIM) ist das Bibliothekswesen. Die neue Initiative FIM4L setzt sich dafür ein, den Einsatz moderner FIM-Technologien zur besseren und sichereren Interaktion zwischen Bibliotheken und Verlagen voranzubringen. Sie wurde von den AARC-Partnern Mährische Landesbibliothek und DAASI International zusammen mit der Bibliothek der Universität Rotterdam ins Leben gerufen und hat bereits mehr als 40 Mitglieder. Mittlerweile sind alle vier wichtigen Stakeholder-Gruppen in der Arbeitsgruppe vertreten: die Bibliotheken (u. a. auch deren europäscher Verband LIBER), die nationalen Forschungsnetze als Anbieter der Föderationsinfrastruktur einschließlich ihres Vernetzungsverbands GÉANT, technische Dienstleister auf dem Gebiet sowie die Wissenschaftsverlage. Die DAASI International bringt hierbei ihre technische Expertise im Bereich Federated Identity & Access Management ein. Insbesondere arbeitet CEO und Gründer der DAASI International, Peter Gietz, sehr aktiv mit.

Des Weiteren strebt FIM4L eine Zusammenarbeit mit RA21 an. Bei RA21 handelt es sich um eine Initiative, die primär von Verlagen getragen wird, um die Nutzererfahrung für Bibliotheksnutzer*innen erheblich zu verbessern, wenn diese über FIM auf deren Dienstleistungen zugreifen.
Wer Teil der Bibliotheken-Community oder im Bereich des föderierten IdM für Bibliotheken aktiv ist, ist eingeladen, sich in die FIM4L-Mailingliste einzutragen.

Verwandte Projekte: FIM4R und FIM4D

Nicht zu verwechseln ist die FIM4L mit der älteren, ähnlich lautenden Arbeitsgruppe FIM4R (R steht für Research), in der sich Forschungsinfrastrukturen organisiert haben – unter anderem DARIAH, die von DAASI International vertreten wird – um Ihre Anforderungen an föderiertes Identity Management öffentlich zu machen, was mitunter zur Förderung von AARC führte. Peter Gietz äußerte hierzu: „Alle drei Initiativen mit FIM4 im Namen haben das gemeinsame Ziel, FIM jeweils in unterschiedlichen Communitys zu fördern. Insofern war es besonders naheliegend, die Abkürzung auch für die Bibliotheken-Initiative zu verwenden. Damit schaffen wir einen Wiedererkennungseffekt zwischen der neuen Initiative und der von mir geleiteten DARIAH-EU-Arbeitsgruppe FIM4D (D für DARIAH) sowie der Arbeitsgruppe FIM4R . Das Besondere an FIM4L ist, dass verschiedene Stakeholder-Gruppen beteiligt sind, weshalb die Diskussion nun nicht mehr nur technisch, sondern auch politisch geführt wird.“

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Beitrags hieß es, Peter Gietz und Barbara Monticini würden, wie ursprünglich vorgesehen die Vorstellung der Initiative beim REFEDS-Meeting übernehmen; dies wurde in der aktuellen Version korrigiert, da Peter Gietz kurzfristig absagen musste.

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